Andreas Hüffmann (57) tritt als Bürgermeisterkandidat am 13. September für die SPD an „Ich möchte mehr Solaranlagen“

Hiddenhausen (WB). „Ich bin jetzt 58 und da muss ich wissen, wo die Reise hingehen soll“, sagt Andreas Hüffmann. Klar ist, seine Reise soll im September direkt ins Bürgermeisteramt führen. Dafür möchte der SPD-Mann alles geben. Der Wahlkampf hat bereits begonnen.

Von Karin Koteras-Pietsch
Andreas Hüffmann, der für die SPD als Bürgermeisterkandidat ins Rennen geht, genießt es, in seiner knapp bemessenen Freizeit in seinem herrlichen Garten im Ortsteil Hiddenhausen zu sitzen. Meist an seiner Seite ist Entlebucherin Bela. Foto: Koteras-Pietsch

Andreas Hüffmann erzählt im heimischen Garten davon, wie er in einer klassischen Arbeiterfamilie SPD-orientiert aufgewachsen ist. Als Jugendlicher schon sei er politisch interessiert gewesen, 1994 trat er in die SPD ein, im gleich Jahr zog der gebürtige Bünder nach Hiddenhausen – der Liebe wegen. Er heiratete ein Jahr später, gründete eine Familie. Hüffmann wurde heimisch in Hiddenhausen.

Viel Gestaltungsmöglichkeiten

2005 trat er in den SPD-Ortsverein Hiddenhausen ein und merkte sehr schnell: „Die Kommunalpolitik ist der Bereich, in dem man am meisten bewegen und sehr viel gestalten kann.“ 2014 hätten Parteikollegen ihn auf eine Ratskandidatur angesprochen. „Da hat es mich gepackt“, erinnert sich der Hiddenhauser. Er wurde gewählt, als Ratsmitglied sitzt er seither im Schul-, Sozial-, Sport- und Kulturausschuss, im Haupt- und Finanzausschuss und im Integrationsrat. Auf das Bürgermeisteramt, so sagt Hüffmann, habe er allerdings nie hingearbeitet. Dafür laufe es beruflich zu gut. „Das hat sich so entwickelt.“

Als Student hatte Andreas Hüffmann mit zwei Studienkollegen das Krankentransportunternehmen Biekra gegründete. Sein Studium brach er zugunsten des Unternehmens nach dem Grundstudium ab.

Überrascht

Heute hat Biekra, dessen Geschäftsführer Hüffmann ist, 260 Mitarbeiter. Er kennt sich also aus mit Personalführung. „Deshalb traue ich mir ohne Weiteres auch zu, eine Verwaltung zu führen“, sagt der Hiddenhauser. Für das Bürgermeisteramt würde er seinen Geschäftsführerposten aufgeben.

Etwas überrascht habe es ihn aber schon, dass Ulrich Rolfsmeyer ihn angesprochen hätte, ober er sich vorstellen könne, als sein Nachfolger zu kandidieren. In der Delegiertenkonferenz sei er dann einstimmig gewählt worden, einen Gegenkadidaten habe es nicht gegeben. „Das ist das Schöne, dass ich weiß, meine Parteikollegen stehen voll hinter mir.“

Knapp 20.000 Einwohner

Und wenn er von den Aufgaben und Themen spricht, die für einen Hiddenhauser Bürgermeister anstehen, so gerät er regelrecht ins Schwärmen. „Wir haben in jedem der sechs Ortsteile eine Grundschule, eine Kita, einen Arzt. Es gibt die Gesamtschule, jede Art von Schulabschluss ist in unserer Gemeinde möglich. Wir haben eine sehr gute Infrastruktur, Hiddenhausen ist ein guter Wirtschaftsstandort mit tollen Firmen und guten Arbeitgebern“, zählt er auf.

Das Projekt „Jung kauft Alt“ habe viele junge Familien nach Hiddenhausen geholt, die Einwohnerzahl liege jetzt bei knapp 20.000. Beim Rückblick auf die letzten Jahre erwähnt Hüffmann Ideen der SPD zur Sicherung der Grundschulstandorte oder den Ausbau des Offenen Ganztags.

In den nächsten Jahren möchte er den Bereich Klimapolitik noch mehr in den Fokus rücken. „Ich möchte, dass mit Hilfe von Fördermitteln noch viel mehr Dächer mit Solaranlagen bestückt werden.“ Und zur Klimapolitik gehört für ihn auch der Ausbau des ÖPNV und des Radwegenetzes. „Außerdem müssen wir die Kultur in der Provinz und die Angebote für Jugendliche weiterentwickeln“, nennt Hüffmann weitere Schwerpunkt der sozialpolitischen Arbeit.

Familie steht hinter ihm

Sein Ziel, Bürgermeister zu werden – und hier rechnet sich Andreas Hüffmann als SPD-Mann in Hiddenhausen gute Chancen aus – sei kaum zu verfolgen, wenn die Familie nicht hinter ihm stehen würde. „Wir haben das besprochen und meine Frau gibt mir ihre volle Unterstützung“, ist Andreas Hüffmann dankbar. Ausgleich in seiner Freizeit findet der 57-Jährige bei Arbeit und Aufenthalt in seinem Garten mit Hündin Bela, bei ausgedehnten Spaziergängen mit seiner Frau oder bei einer Ausfahrt in seinem Oldtimer, einem Buckel-Volvo, der genauso alt ist, wie er selbst.

Persönliches

Andreas Hüffmann (57) ist in Bünde geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur am Oberstufenkolleg des Landes NRW in Bielefeld absolvierte er seinen Zivildienst bei der Berufsfeuerwehr Bünde, anschließend war er als Rettungssanitäter bei der Stadt Bünde beschäftigt. In Bielefeld studierte Hüffmann Deutsch und evangelische Theologie. 1988 gründete er mit Freunden ein Krankentransportunternehmen, 1990 brach er dafür sein Studium ab. Seit 1995 ist er mit Gabriele Hüffmann verheiratet, er hat zwei Kinder, eine Tochter (25) und einen Sohn (19).