Verl Hüttis Spendenlager platzt aus allen Nähten

Verl (sib) - Auf die Frage, wie es bei ihm aussieht, antwortet Günter Hüttenhölscher in diesen Tagen: „Schlecht.“ Der Grund: Die Balkanhilfe, die er und sein Team vom Verler Hof Balsfulland aus organisieren, steht - während Geschäfte und andere Vereine ihre Türen nach und nach wieder öffnen - still.

Von Anonymous User

„Seit acht Wochen sind unsere Lager voll“, sagt Hüttenhölscher im Gespräch mit dieser Zeitung. Und zwar so voll, dass der gemeinnützige Verein auf seiner Internetseite Spender explizit darauf hinweist, keine Sachspenden vor den Hoftüren abzustellen. Alles, was im Lager liegt, wird die Balkanhilfe derzeit nicht los. Transporte seien nicht möglich, sagt Günter Hüttenhölscher, weil viele Grenzen dicht seien.

Ganz besonders die geschlossene Grenze zwischen Österreich und Ungarn als zentralem Übergang zum Balkan treffe den Verein ins Mark. Zwischen 10 und 15 Spender meldeten sich pro Woche. Es tue weh, diese Menschen, die Gutes tun wollen, wegen mangelnder Kapazitäten abzuweisen. Ein weiteres Problem, das der Balkanhilfe durch die Corona-Krise entsteht: Es ist derzeit schwierig, an haltbare Lebensmittel zu bekommen.

„Weil so viele Menschen zu Anfang der Krise gehamstert haben, haben wir vom Großmarkt keine Nudeln und kein Mehl bekommen“, sagt Günter Hüttenhölscher. Eine weitere Unwägbarkeit, die bei der Wiederöffnung zum Problem werden könnte. Immerhin: Die Balkanhilfe bleibt bestehen, versichert Hütti. Sobald die Grenzen offen seien, fänden Hilfstransporte wieder statt und Spenden würden wieder angenommen.

Seit 1992 ist Hütti aktiv. Mehr als 915.000 Euro wurden seitdem an Barspenden auf die Sonderkonten eingezahlt. Rechnet man die ungeheure Menge an Sachspenden in Euro um und hinzu, haben wir die Fünf-Millionengrenze bereits weit überschritten“, schreibt die Verler Organisation auf ihrer Internetseite. Nähere Informationen zur Arbeit der Balkanhilfe gibt es im Internet.