Jürgen Brakhage und Rainer Scharmann stellen Planung in Steinhagens Alter Kirchstraße vor So sieht’s künftig im Park aus

Steinhagen (WB). Mitte März beginnen die Bauarbeiten: Dann entsteht im Park der früheren Villa Schlichte an der Alten Kirchstraße das erste von zwei neuen Gebäuden. Bauherr Rainer Scharmann und Architekt Jürgen Brakhage stellen dem WESTFALEN-BLATT jetzt exklusiv die Pläne und Ansichten des Zehn-Familien-Hauses vor.

Von Volker Hagemann
Dieser Entwurf zeigt die Süd-Ansicht des geplanten Zehn-Familien-Hauses von der Woerdener Straße aus. Foto: Jürgen Brakhage

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Abriss der alten Schlichte-Villa soll am 15. März Baubeginn für das erste der beiden neuen Häuser auf dem gut 6000 Quadratmeter großen Grundstück sein. Die Annette-Schlichte-Steinhäger-Stiftung als Grundstückseigentümerin will im südwestlichen Teil zwischen Woer­dener und Alter Kirchstraße ein Gebäude mit zehn Mietwohnungen und Tiefgarage errichten. Zweieinhalb Millionen Euro Kosten veranschlagt Stiftungs-Geschäftsführer Rainer Scharmann.

Exponierte Lage auf besonderem Grundstück

Architekt Jürgen Brakhage plant zwei Vollgeschosse plus Staffelgeschoss: Vier der Wohnungen sind jeweils 95 Quadratmeter groß, vier weitere je 65 Quadratmeter, die beiden Penthousewohnungen samt Dachgärten umfassen jeweils 125 Quadratmeter Wohnfläche. Der Gebäudegrundriss mit dem leichten Knick im stumpfen Winkel folgt dem nach Südwesten schmaler werdenden Grundstück.

Jürgen Brakhage und Rainer Scharmann sind sich der Besonderheit des Projekts bewusst: »Eine solche Grundstücksgröße mitten im Ortskern mit dem alten Baumbestand, dazu die exponierte Lage in Sichtweite von Dorfkirche und Schlichte-Carree samt Bibliotheksneubau – da muss sich etwas Neues städtebaulich einfügen«, sagt Brakhage. Das Gebäude erhält eine kombinierte Klinker- und Putzfassade, dazu Balkone mit Ganzglaselementen. Jede Wohnung soll einen eigenen Hauswirtschaftsraum besitzen. »Die Nachfrage ist bereits groß. Es sollen aber definitiv Mietwohnungen bleiben, ich bin ja kein Unternehmer, sondern muss Geld für die Stiftung verdienen«, sagt Rainer Scharmann.

Rohbau soll bis Herbst stehen

Mit der Bauausführung hat er einen Generalunternehmer beauftragt. Keinesfalls würden Baufahrzeuge übrigens den Weg über den Kirchplatz und dessen neues Pflaster nehmen, sondern über die Alte Kirchstraße, betont Rainer Scharmann. Bis zum Herbst soll der Rohbau stehen, so dass weitere technische Gewerke folgen können. »Wir planen großzügig eineinhalb Jahre Bauzeit ein, es gibt ja keinen Zeitdruck.«

Hotel: Planung bleibt noch offen

Noch keinen konkreten Zeitplan gibt es indes für das zweite Gebäude, das die Annette-Schlichte-Steinhäger-Stiftung im östlichen Grundstücksteil plant. Dort ist ein dreigeschossiger Komplex plus Staffelgeschoss und zweiter Tiefgarage vorgesehen. Ursprünglich sollte hier außer Mietwohnungen auch ein kleines Hotel entstehen. »Doch das Konzept der bisherigen Interessenten passte noch nicht«, so Scharmann. Der Bedarf dafür sei allemal vorhanden – und das sieht auch Horst Neugebauer, Geschäftsführer der benachbarten Firma Perus, so, an der die Stiftung zu 25 Prozent beteiligt ist. Perus gehört unter anderem das alte Haus Brinkmann am Kirchplatz; auch für diesen Standort steht nach wie vor die Idee für ein Hotel im Raum. »Die städtebauliche Diskussion läuft, und sie ist weiterhin für Ideen in alle Richtungen offen«, betont Horst Neugebauer.