Plasmatreat baut für fünf Millionen Euro Technologie- und Kundenzentrum Von Steinhagen die Welt erobern

Steinhagen (WB). Christian Buske hat eine Vision: »Jede Oberfläche ist eine Plasmatreat-Oberfläche«, sagt der Chef des Steinhagener Hightech-Unternehmens Plasmatreat. Sprich: Neue Anwendungsbereiche für seine umweltschonende Technologie gäbe es genug – in der Zellbiologie und Chemie zum Beispiel. Nun verschafft sich die Firma mehr Raum für Forschung und Innovation und baut an der Queller Straße für fünf Millionen Euro ein Technologie- und Kundenzentrum.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Erster Spatenstich: (v.l.) Magnus Buske, Produktionsleiter Holger Timpe und Geschäftsführer Christian Buske. Foto: Bluhm-Weinhold

Der symbolische erste Spatenstich wurde gestern im Kreise vor allem der Mitarbeiter gefeiert. Denn: »Ihnen gilt mein Dank. Ohne jeden Einzelnen wäre unsere Entwicklung nicht möglich gewesen«, so Buske. Einige Ehrengäste waren auch dabei: Bürgermeister Klaus Besser etwa und CDU-Ratsherr und Bauausschussvorsitzender Herbert Mikoteit, CDU-Landtagsabgeordneter Raphael Tigges und IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden. Letztgenannter strich die Bedeutung dieser Erweiterung heraus: » Jede Investition ist positiv. Diese ganz besonders, weil das Unternehmen von der Technologie her sehr zukunftsorientiert ist und eine gute Entwicklung verspricht«, sagte von der Heiden.

1995 als Start-Up-Unternehmen begonnen

Christian Buske hat die Anfänge nicht vergessen, als sich Plasmatreat 1995 als Start-Up mit vier Mitarbeitern am Bisamweg 10 ansiedelte. Inzwischen hat sich das Unternehmen nicht nur am Stammsitz Steinhagen räumlich ausgebreitet, sondern ist zum Weltmarktführer in der atmosphärischen Plasmatechnologie avanciert: Umsatz von 35,5 Millionen Euro, 250 Mitarbeiter weltweit, 14 Niederlassungen international, Präsenz in 35 Ländern. »Allein in den vergangenen fünf Jahren haben sich Mitarbeiterzahl und Umsatz verdoppelt. Das zeigt unsere Dynamik«, so Buske.

Innovation ist alles: Seit 2017 hat Plasmatreat ein Entwicklungszentrum mit 20 bis 25 Mitarbeitern sogar mitten im Silicon Valley. Und auch in Steinhagen soll nun mehr Platz für Forschung entstehen. In dem zweigeschossigen Gebäude werden vor allem Laboratorien, aber auch Seminarräume angesiedelt: »Bio-Labs für die Desinfektion mit Plasma und für die Zellbiologie, ein Galvanic-Lab, in dem wir umweltfreundliche Alternativen zur Nass-Chemie entwickeln. Und wir wollen die Verbindung von Chemie und Plasma in der Oberflächenbehandlung weiter ausbauen. Da sind wir schließlich Weltmarktführer«, zählte Buske auf. Das Saatgut, die Haut – völlig neue, unerforschte Anwendungsbereiche für Plasma. »Wir wollen Verfahren verstehen und in neue Produkte für neue Märkte umsetzen«, so Buske.

Gemeinde und Kreis unterstützen Projekt

»Den weltweiten Markt haben wir von Steinhagen aus erobert«, betonte er und dankte Gemeinde und Kreis für die gute Unterstützung bei allen Expansionen in der Vergangenheit und dem aktuellen Projekt. Das Technologiezentrum, das auch als Repräsentationsraum für Kunden aus aller Welt gedacht ist, soll im Frühjahr 2019 fertig sein. 20 neue Mitarbeiter, von Ingenieuren über Facharbeiter bis zu Servicetechnikern, will Plasmatreat einstellen.