Oberverwaltungsgericht Münster gibt der Kalsingschen Familienstiftung in Bielefeld Recht Abschuss der Mufflons rückt näher

Bielefeld (WB/hu). Für die Mufflon-Herde im Teutoburger Wald wird es eng. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat in einem seit vielen Jahren schwelenden Rechtsstreit der Klasingschen Familienstiftung bei der Verhandlung am Freitag Recht gegeben.

Die Mufflonherde im Teutoburger Wald. Foto: Andreas Schnadwinkel

Die hatte sich als Waldbesitzer darüber beklagt, dass die Mufflons große Schäden an den Bäumen anrichten. Nach dem Urteil hat die Stadt Bielefeld die Schäden, die das Wild anrichtet, nicht ausreichend berücksichtigt.

Das Urteil bezieht sich jedoch auf den Abschussplan für das Muffelwild von 2012. Damals hatte sich die Stadt gegen einen Totalabschuss der Herde ausgesprochen und statt dessen auf eine Reduzierung der Herde auf zwölf Tiere gesetzt. Damit lag die Stadt jedoch nach dem Urteil des 16. Senats des Münsteraner Gerichts falsch. Denn der berechtigte Anspruch der Waldbesitzer auf den Schutz vor Wildschäden sei dabei zu kurz gekommen.

Nicht unbedingt ein Todesurteil

Was dies nun für die Mufflonherde, die seit den 60er Jahren im Teutoburger Wald im Bereich des Senders Hünenburg lebt, bedeutet, steht jedoch noch nicht endgültig fest. Wenn es gelinge, die Schäden auch auf andere Art und Weise zu reduzieren oder sich die Sachlage seit 2012 wesentlich geändert habe, müsse das Urteil nicht zwangläufig eine kompletten Abschuss der Herde bedeuten, sagte am Freitag Dirk Rauschenberg, Sprecher des Oberverwaltungsgerichts.

In dem Urteil, heißt es jedoch auch, dass damals andere Maßnahmen als die Entfernung der Tiere nicht erfolgversprechend oder wirtschaftlich vertretbar gewesen seien. Und diese Einschätzung habe die Stadt nun bei der Erstellung des neuen Abschussplanes zu berücksichtigen, erklärte Rauschenberg.